DMEXCO 2018: Künstliche Intelligenz – Verwirrung statt Nutzen

DMEXCO 2018: Künstliche Intelligenz – Verwirrung statt Nutzen

Das beherrschende Thema der diesjährigen DMEXCO 2018 war wenig überraschend Artificial Intelligence (Künstliche Intelligenz). Zwar war das Interesse sehr groß, doch gleichzeitig spürte man auch die Verunsicherung unter den Besuchern.


Buzzword-Bullshit-Bingo

Eine Twitter-Umfrage zeigt, dass 55% der Befragten glauben AI bringe eher Verwirrung als einen Nutzen für das Marketing.

Eine der Ursachen für dieses Ergebnis ist vor allem Unwissenheit. Das Buzzword-Bullshit-Bingo wird brav mitgespielt, aus Angst auf der Strecke zu bleiben. Aber echtes Wissen zu dem Thema fehlt. Das muss sich ändern, will man künftig von AI und Machine Learning ernsthaft profitieren. Das funktioniert allerdings nur mit einer Unternehmenskultur die auch bereit ist in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren.

Es ist nicht damit getan Kurse oder Workshops anzubieten, vielmehr geht es darum eine Lernkultur zu schaffen, in der man den Angestellten die Freiheiten gibt, sich mit Themen zu beschäftigen die nicht zum „normalen“ Arbeitsalltag gehören. 

Dieser Mangel an Wissen kann dazu führen, dass einige Dienstleister, Agenturen und SaaS-Anbieter Halbwahrheiten verkaufen. Sie nutzen die Unwissenheit ihrer Kunden gezielt aus um mit Buzzwords Geld zu machen. 

Übrigens – wer Machine Learning im Kontext von Personalisierung und A/B-Testing etwas besser verstehen möchte, kann sich mein You-Tube Video dazu ansehen.


Lösungen aus einer Hand

Ein weiterer Trend der vor allem bei vielen SaaS-Anbietern zu erkennen war, ist die Diversifikation des eigenen Produkts. Anbieter die sich bisher auf bestimmte Module konzentriert hatten, wie z.B. die Suche, bieten ihren Kunden nun eine viel größere Produktpalette.

Ein Grund für diese Strategie sind AI und Machine Learning. Denn für das Anlernen der KI werden Daten benötigt. Aus den Gesprächen heraus wurde deutlich, dass die größte Herausforderung das Zusammenführen und Importieren dieser Daten ist. Hatte man zuvor jewels einen Anbieter für die Recommendations, die Such-Funktion und das A/-B-Testing-Tool, so ist es ein logischer Schritt der Anbieter, diese Funktionen unter einen Hut zu bringen. Davon können beide Parteien profitieren. Der Aufwand der Daten Im- und Exporte entfällt. Außerdem müssen Daten nicht erst in ein entsprechendes Format gebracht werden, welches dann nur lediglich von einer Software verarbeitet werden kann.

Ich persönlich glaube, dass dies langfristig dazu führen wird, dass einige SaaS-Anbieter früher oder später auf der Strecke bleiben werden, sollten sie nicht nachziehen können. Das haben viele erkannt, müssen allerdings erst noch beweisen, dass sie in der Lage sind den immer schneller wachsenden Erwartungen der Kunden gerecht zu werden und sich gegen die stärker werdende Konkurrenz durchzusetzen. 


tl;dr

Es herrscht allgemein eine Verwirrung rund um das Thema AI, weil es zu viele Wissenslücken über die Möglichkeiten und den konkreten Einsatz gibt. Unternehmen müssen eine Lernkultur etablieren, die Mitarbeiter fördert und weiterbildet, um die digitale Transformation im Zeitalter von AI erfolgreich zu gestalten.

AI und Machine Learning ist einer der Gründe, die SaaS-Anbieter dazu bewegt ihre Produkte zu diversifizieren. Daten werden damit zentral verarbeitet und müssen nicht mehr aufwendig in die passende Form gebracht werden. Das schafft eine Konkurrenz-Situation in der viele Anbieter, in einem hart umkämpften Markt, erst noch ihren Platz finden müssen.

Titelbild: Photo by Hitesh Choudhary on Unsplash

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